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Patienteninformation - Nit-Occlud® PDA (1 von 5)
Vor der Geburt arbeiten das Herz und die Lungen eines Babys anders als nach der Geburt. Die Lungen versorgen das Blut des Babys noch nicht mit Sauerstoff. Stattdessen wird das Baby von der Mutter über die Nabelschnur mit sauerstoffreichem Blut versorgt. Der Ductus arteriosus, ein Blutgefäß, das die Lungenschlagader (Pulmonalarterie) und die Hauptschlagader (Aorta) verbindet, bietet dem sauerstoffreichen Blut eine "Abkürzung" zur Umgehung der Lungen.
Nach der Geburt wird das Baby von der Mutter getrennt und beginnt zu atmen. Die Lungen beginnen, das Neugeborene mit Sauerstoff zu versorgen. Nun fließt das Blut durch die Lungen, und bei den meisten Neugeborenen schließt sich der Ductus arteriosus. Normalerweise schließt sich der Ductus am ersten Tag nach der Geburt, in manchen Fällen bleibt er jedoch offen (er "persistiert"). Bleibt der Ductus arteriosus noch nach einigen Tagen nach der Geburt offen, wird er als Persistierender Ductus Arteriosus (PDA) bezeichnet.
Nach nur wenigen Tagen kehrt der Blutstrom durch den PDA seine Richtung um und fließt von der Aorta in die Lungen. Dann muss die linke Herzkammer (linker Ventrikel) nicht nur die Körperorgane mit Blut versorgen, sondern auch Blut durch den PDA in die Lungen pumpen. In die Lungen strömt zusätzliches Blut, das zu einer Lungenstauung führen kann. Diese Stauung erschwert das Atmen und macht Säuglinge und Kleinkinder gleichzeitig anfälliger für Lungeninfektionen. Bei mäßig großen bis großen PDA können diese Komplikationen zu Wachstumsstörungen, Erweiterung und Funktionseinschränkung des Herzens bzw. Herzinsuffizienz führen.
Zudem erhöht das Bestehen eines PDA gleich welchen Ausmaßes das Risiko einer Endarteriitis, einer seltenen schweren Infektion im Innern des PDA und der Pulmonalarterie.
Bei einem großen, über Jahre offenen PDA bleibt der Blutdruck in der Pulmonalarterie hoch und kann zu einer Schädigung der kleinen Äste dieser Arterie führen. Durch den hohen Druck können die Wände der Äste der Pulmonalarterie dünner werden und an Flexibilität einbüßen. Die veränderte Struktur des Lungengefäßes führt dann zu einem Blutdruckanstieg in der Pulmonalarterie und zu einem erschwerten Blutfluss durch die Lungen. Schließlich kann es dazu kommen, dass der Druck in der Pulmonalarterie den Blutdruck in der Aorta übersteigt, was dazu führt, dass sich der Blutfluss ein zweites Mal umkehrt und das Blut von der Pulmonalarterie in die Aorta fließt. In diesem Fall entwickelt der Patient eine Zyanose, d.h. die Haut nimmt eine blaue Färbung an, da sie mit sauerstoffarmem Blut versorgt wird. Dieser Zustand wird als Eisenmenger-Syndrom bezeichnet.
RA ' rechtes Atrium (Vorhof)
Suchhilfe nach einem produktgeschulten Kardiologen und weiterführende Fragen Rev. 071029 |


